Meinungsmache ist Manipulation unserer Gehirne

 

Meinungsmache ist Manipulation unserer Gehirne

Das Frauenbild unserer westlichen Gesellschaft wurde gezielt geschaffen, damit es gesellschaftsfähig ist, Frauen zu unterdrücken und abfällig über sie zu sprechen.

Um Meinungen zu verbreiten haben die Herrschenden schon früh ihre Geschichtsschreiber gehabt.

Ziel war es immer, die Sicht der Sieger in der Bevölkerung zu verbreiten. Unser Gehirn hat die Fähigkeit, Informationen, die immer wiederholt werden als wahr anzunehmen und dann als Wahrheit weiterzugeben. So entstand über viele, viele Jahr, das Frauenbild, das heute in der westlichen Gesellschaft vorherrschend ist.

Eigentlich ist unser Gehirn das Organ, das uns Menschen ein Leben in Sippengemeinschaften möglich macht. Wir setzen es ein, um in Gemeinschaften optimal zurechtzukommen, indem wir unsere Wirkung auf Menschen in unserer Gemeinschaft ständig überprüfen.

Im folgenden Artikel wird erklärt, wie unser Gehirn funktioniert und warum wir für Massenmeinungen manipulierbar sind.

Das Gehirn ist ein LernOrgan.

In meiner Vergangenheit hatten wir in Mathematik „Gleichungen mit einer Unbekannten“:

Der Lehrer schrieb eine Gleichung an die Tafel, eine Zeile nach der anderen, am Ende stand dann, „X=5“.

Einer meiner Mitschüler hatte an dieser Stelle ein Aha-Erlebnis, er notierte sich sofort in seine Unterlagen, laut sprechend, „… dann ist X immer 5“. Er war der Einzige, der diesen Rückschluss zog. Mit seinem zu diesem Zeitpunkt vorhandenen VorWissen, ist er auf diese Erkenntnis gekommen.

Egal was hier sonst noch angenommen werden kann …, eines zeigt solch eine Situation, Lernen ist etwas höchst Individuelles.

Die allgemeine Ansicht über das Lernen ist, das Lernen ein passiver Vorgang des Begreifens ist. Also, dass ein zu lernender Inhalt lange genug präsentiert werden muss, bis er sich im Kopf irgendwie verfestigt. Das würde dann die Annahme bestätigen, dass nur die richtige Technik gefunden werden braucht und Lernen ginge „von selbst“. ?!?

Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft, wissen wir, dass das Lernen im Gehirn stattfindet.

Und diese Wissenschaft erklärt, dass Lernen bei weitem anders funktioniert.

Optimal sollte es ein Angebot von Neuinformationen sein, die den Fähigkeiten und Bedürfnissen entsprechen.

Unser Gehirn speichert, gefiltert nach unseren Fähigkeiten und Bedürfnissen, Erinnerungsspuren in unserem Gehirn ab, die wie flüchtige, veränderbare Verbindungen zwischen Nervenzellen nachweisbar sind.

Wichtig: sie sind ständig veränderbar!

Lernen ist die ständige Anpassung an Veränderungen.

 

Lernen, ein aktiver Vorgang

Aus irgendwelchen Gründen, wurde irgendwann unterschieden, zwischen Laufen-, Sprechen-, Essen-lernen UND Wissen-lernen.

Mark Twain sagte einmal: „Wenn die Menschen gehen und sprechen lernten in der Art, wie man ihnen beibringt zu lesen und zu schreiben, dann würde jeder hinken und stottern.“

Laufen- und Sprechen-lernen findet in der Aktivität statt, deshalb wird das so erfolgreich gelernt.

Lesen- und Schreiben-lernen findet in der Passivität statt: hier ist ein Mensch, der den Kindern sagt, „so hört es sich an“, „so sieht es aus“ … . Dieser Mensch schafft Rahmenbedingungen in denen die Kinder hören und sehen, wie etwas ist, doch sie sind nicht aktiv im Lesen-, Schreiben und RechnenMitZahlen-lernen, der Bezug zum Sinn, warum sie dies tun sollen, ist abgeschnitten.

Laufen in der Aktivität bedeutet, ein Kind sieht einen Gehenden, sieht, wie das funktioniert, will das auch können, und versucht aufrecht zu gehen und fällt und steht auf und fällt und steht auf …. bis das es nicht mehr fällt …

Das Fallen, der „GehFehler!“, ist ein ganz wichtiger Teil beim GEHEN-LERNEN. Oder anders gesagt, ohne IRRTÜMER ist lernen NICHT möglich.

LERNEN, egal um welches LERNEN es sich handelt, ist: so lange auszuprobieren, bis es in einer Form passt, mit der der Lernende selbst zufrieden ist.

Lesen in der Aktivität würde bedeuten, ein Kind sitzt neben einem Lesenden, sieht, wie dieser liest, will das auch können und bekommt gezeigt, wie lesen funktioniert … und probiert so lange, bis es passt …

Schreiben in der Aktivität würde bedeuten, ein Kind sitzt neben einem Schreibenden, sieht, wie schreiben aussieht, will das auch können und bekommt gezeigt, wie schreiben funktioniert… und probiert so lange, bis es passt …

USW …

Jetzt könnte man denken, ooh neee …, was für ein Zeitaufwand …

… dann erinnere ich hier: wie viel Freude bereitet doch der Zeitaufwand einem Kind das Gehen beizubringen …. wie viel Freude bereitet doch der Zeitaufwand einem Kind das Sprechen beizubringen …

… ABGESEHEN DAVON, dass die meiste LernLeistung des Kindes dabei in Abwesenheit des „Lehrenden“ stattfindet.

Ideales LERNEN, nachhaltig fürs Langzeitgedächtnis, passiert als ein aktiver Vorgang, der sinnvoll in das eigene Leben passt.

 

AKTIVES Lernen ist Anpassung an Veränderung.

Lernen! nach dem Schulabschluss? muss DAS sein!?

ODER: warum sollte sich ein Mensch, der nicht mehr zur Schule-usw geht, mit der Theorie des Lernens beschäftigen??!

Irgendwann ist irgendwie die Vorstellung entstanden, dass, wenn man mit Schule-Ausbildung-Studium durch ist, dann!! hört das Lernen endlich!!! auf …

Doch EIGENTLICH hört nur das PASSIVE Lernen auf …

… wir sind deshalb so erleichtert, weil das PASSIVE Lernen NICHT der GrundFunktionsweise unseres Gehirns entspricht. Es ist eine LernKrücke, mit der sich die Kinder und Jugendlichen abfinden müssen, bis sie nach Schule-Ausbildung-Studium wieder ganz im AKTIVEN Lernen sind.

AKTIVES Lernen ist z.B.:

– Die Kollegin / Den Kollegen fragen: „wie geht hier bei euch dieser oder jeder Ablauf…“, dann solange probieren, bis man selbst den Ablauf kann, so dass es für den Gesamtbetrieb passt…

– Einen Urlaub planen, ausprobieren, wie ein Flug online gebucht wird, probieren, wie man eine Sofortüberweisung macht, damit klar kommen, wenn dabei der Computer abstürzt …

– Ein Rezept von rezept&co.de ausprobieren, dann für den eigenen Geschmack weiter anpassen…

– ODER einen Text lesen, der einen wirklich interessiert, weil er gerade wichtig für das eigene Leben ist …

=> AKTIVES Lernen ist ein Lernen, das in Lebensprozesse eingebunden ist:

AKTIVES Lernen bedeutet … neuen Situationen-Anderem-Unbekanntem-Schrecklichem-Schönen-anderen Menschen-anderen Ländern-anderen Kulturen-usw zu BEGEGNEN und DAMIT KLAR zu KOMMEN, d.h. sich selbst so zu optimieren, das die neuen Situationen für einen selbst wieder vertraut werden.

=> je öfter ein Mensch sich NEUEN Situationen stellt um so leichter und schneller kann sein Gehirn das NEUE zu etwas BEKANNTEM-VERTRAUTEM verarbeiten.

=> je größer die Erfahrung eines Menschen ist, NEUES erfolgreich in VERTRAUTES zu verarbeiten umso mehr kann er darauf vertrauen, dass er das mit jedem NEUEN schaffen kann. Die Angst vor dem NEUEN nimmt ab oder schwindet ganz oder der Mensch freut sich sogar darauf, NEUEM zu begegnen …

Dagegen ist PASSIVES Lernen (z.B. Frontalunterricht in der Schule) von den Lebensprozessen entkoppelt, deshalb ist diese Form des Lernens so ANSTRENGEND und so WENIG nachhaltig.

Einige Kinder schaffen es nicht, mit der LernKrücke: PASSIVES Lernen, klar zu kommen und bleiben oft in der Schule auf der Strecke und später im Leben, wenn es um das AKTIVE Lernen geht, werden sie erfolgreich, mit dem was sie tun.

AKTIVES Lernen ist Anpassung an Veränderung.

 

Das alte Denkmodell und aktuelle Erkenntnisse aus der Hirnforschung

Nach der alten Vorstellung, wie Denken funktionieren könnte, formulierte man die Begriffe des Kurzzeit- und Langzeitgedächtnisses.

In der Schule wurde für so mache Klassenarbeit das Kurzzeitgedächtnis zum Einsatz gebracht, damit der abgefragte Inhalt gut abrufbar war …

… darüber hinaus hatte man die Vorstellung, wenn man nur intensiv genug Wissen in das Kurzzeitgedächtnis transferiert, dann wandert es von alleine in das Langzeitgedächtnis …

Doch, dass wissen die Hirnforscher jetzt, so funktioniert es NICHT.

 

Die Hirnforschung teilt die Art der Hirnleistung in Arbeitsgedächtnis und Verarbeitungstiefe auf.

Das Arbeitsgedächtnis hat eine begrenzte Kapazität. Damit lassen sich Zahlenabfolgen, Wörter, Sätze für ein paar Sekunden speichern, damit sie gleich wieder für eine Handlung abgerufen werden können. Z.B. das Ablesen einer Telefonnummer um diese dann am Telefon zu wählen.

Auch sprechen und verstehen wird im Arbeitsgedächtnis verarbeitet. Hier behält das Arbeitsgedächtnis den Anfang des Satzes solange in Erinnerung bis der Betreffende bis zum Ende den Satz gehört oder gelesen hat, dann bleibt der Inhalt nur noch als ein sinnvoll gemachtes Ereignis im Gedächtnis.

Das Arbeitsgedächtnis „hantiert“ immer im Gegenwärtigen mit den neuen Reizen oder Erkenntnissen und versteht sie oder verknüpft sie mit anderen Erkenntnissen oder formt daraus etwas Neues.

Die Verarbeitungstiefe und damit die Spuren im Gedächtnis entstehen, wenn man sich mit einem Thema intensiver beschäftigt. Das heißt, das Arbeitsgedächtnis beschäftigt sich von mehreren Seiten mit dem Thema: es dreht und wendet, ordnet und verknüpft neu, formuliert neue Erkenntnisse und Anwendungsgebiete, macht Entdeckungen, stellt neue Hypothesen auf … Dann wird alles in Lebensprozessen eingebunden betrachtet und führt so zu Vernetzungsspuren im Gehirn, d.h. zum Behalten von Inhalten.

Deshalb schreiben Schriftsteller sich ihre Gedanken sofort auf. Denn diese Neubildung ihrer Idee für einen Text befindet sich nur im Arbeitsspeicher. Wenn sich der Schriftsteller mit dem Gedanken nicht weiter beschäftigt, ist er nach ein paar Sekunden „gelöscht“, also weg.

 

Äußere Eindrücke als „Spuren“ im Gehirn

Das menschliche Gehirn wiegt etwa 1,4 KG, macht ca. 2% des Körpers aus und verbraucht 20% der Energie des gesamten Körpers. Es ist ein evolutionärer Luxus: Da es dem Menschen während seiner evolutionären Geschichte den Nachteil einbrachte, um es zu füttern, für 20% mehr Nahrung zu sorgen, wird das Luxusgehirn bei der menschlichen Entwicklung einen Vorteil gehabt haben.

Der Vorteil eines menschlichen Luxusgehirns liegt darin, dass der Mensch nicht auf eine einzige Sache spezialisiert ist, wie z.B. Eisbären, die ihr Leben für die Kälte angepasst haben.

Der Mensch kann sich, weil er dieses Luxusgehirn hat, den verschiedensten Umgebungen und Aufgaben stellen.

Das menschliche Luxusgehirn ist für das Lernen, für Anpassung optimal geschaffen.

Dabei hinterlassen äußere Eindrücke Spuren im Gehirn oder anders ausgedrückt: die wahrgenommene Außenwelt wird im Gehirn durch Neuronen repräsentiert und wieder abrufbar gemacht.

So werden alle Erinnerungen, ob Bild, Ton, Gefühl … und die daraus entstandenen Erkenntnisse, Werte, Fähigkeiten … durch Neuronen im Gehirn repräsentiert. Einfach formuliert: eine Handlung wird gemacht und gleichzeitig wird ein Neuron aktiviert. Ein meist optimaler AnpassungsAblauf.

Körperlich empfundene Faktoren wie Müdigkeit, Angst, Stress … und äußerliche Faktoren wie Alkohol, Medikamente, Psychopharmaka, Psychostimmulanzien … SCHRÄNKEN die Fähigkeit des Gehirns EIN, sich-immer-wieder-optimal-anpassen-zu können.

Auch unter diesen Faktoren gemachten Erfahrungen hinterlassen Spuren im Gehirn und werden Teil der Persönlichkeit.

 

Die Entwicklung des Bildungssystems

In der noch jungen Wissenschaft der Hirnforschung konnten viele alte, in der Medizin (in deren Vergangenheit) für gültig erklärten Abläufe, widerlegt und damit korrigiert werden und einige durch Beobachtung erkannten Abläufe bestätigt werden.

Folgende MEDIZINISCHE ANNAHME hat sich als UNZUTREFFEND erwiesen: <wenn das Gehirn sich einmal entwickelt hat, dass es sich dann nicht mehr verändert>.

Diese MEDIZINISCHE ANNAHME bedeutet in ihrer Anwendung, dass ein Mensch nach Beendigung seiner Hirnentwicklung NICHTS mehr hätte dazu lernen können!?

Die HIRNFORSCHUNG hat mittlerweile NACHWEISEN können, dass der Mensch lebenslang lernt. Es konnte nachgewiesen werden, dass sich neurale Verschaltungen und synaptische Verbindungen während eines gesamten Menschenlebens verändern und reorganisieren. Das Fachwort dafür ist: Neuroplastizität des Gehirns.

Für das Bildungssystem sollte diese Erkenntnis eine neue Ausrichtung zur Folge haben: Mit der Erkenntnis: JEDER Schüler kann lernen!, sollte eine ehrliche Überprüfung der derzeitigen Lehrabläufe beginnen können.

Die Hirnforschung kann mittlerweile nachweisen, dass Lernen unter Angst und Stress nur eingeschränkt oder gar nicht möglich ist!

Gut zu wissen ist, dass das Bildungssystem sich immer wieder neuen Erkenntnissen angepasst hat, wie z.B. dass das auf Schüler einprügeln NICHT mehr gestattet ist. Das wurde in Deutschland auf Grund von psychologischen Erkenntnissen und humanistischen Gründen (durch Beobachtung gemachte Erkenntnisse) in den 1960er und 1970er Jahren in Schulen verboten. Seit 2000 sind in Deutschland Körperstrafen in der Kindererziehung verboten.

Und so kann das Bildungssystem sich auch an die neuen LernErkennisse der Hirnforschung anpassen. Diese Anpassung ist bereits im Gange. Auch wenn es uns manchmal als zu langsam erscheint, es wird sich im Laufe der Zeit immer mehr optimieren.

Die Optimierung des Bildungssystem wird so lange dauern werden, bis Kinder auf der ganzen Welt nicht mehr ausgebeutet werden und sich frei und gleichwertig zu verantwortungsvollen Erwachsenen ausbilden, die die Erde, auf der wir alle leben, achten und mit den Ressourcen verantwortungsvoll umgehen.

Bei meinen Ausführungen verfolge ich lediglich ein pädagogisches, humanistisches Interesse. Mir ist wohl bewusst, dass das herrschende System, das den persönlichen Profit verfolgt, und deren politischen Vertreter derzeit kein Interesse an einem gleichwertigen Bildungssystem haben.

Nach oben

 

Kinderrechte – Kindergehirne

Ein Kinderhirn kann alles das, was ein menschliches Gehirn kann, nur leichter.

Das wurde auch schon von der Hirnforschung belegt:

Das Gehirn erkennt das Neue und legt von dem Neuen eine Repräsentation des äußeren Neuen im Gehirn als innere Entsprechung ab. Dann erkennt das Gehirn weiter Neues und legt wieder eine Repräsentation ab und verknüpft es mit den bereits abgelegten Repräsentationen. Je mehr Neues hinzukommt umso mehr Repräsentationen entstehen und um so mehr wird zwischen den Repräsentationen verknüpft.

Kinderhirne sind besonders empfänglich für alles Neue. Sie speichern ungefiltert alle neuen Erfahrungen ab. Mit den gemachten Erfahrungen treffen sie Entscheidungen, d.h. sie richten sich mit ihrem Erfahrungsschatz auf ihre Umgebung hin aus.

Begegnen wir einem Kind, dass wir als „auffällig“ bezeichnen würden, dann können wir davon ausgehen, dass dieses Kind Erfahrungen gemacht hat, die es darin bestätigen, dass sein „auffälliges“ Verhalten in seiner Umgebung anerkannt ist/war und sein Überleben sichert/sicherte.

Zum Beispiel: Ein VorKindergartenKind turnt überall herum und ist immer weit vorn und die Eltern sind begeistert und loben es ganz doll. Das Kind hat gelernt <überall herum turnen und immer ganz vorn sein> sichert mir die Anerkennung meiner Eltern und dies sichert mir mein Überleben.

Jetzt ist dieses so niedlich aufgeweckte Kind im Kindergarten. Hier geht es auch ums Überleben. Dann ist da auch noch die Konkurrenz der anderen Kinder. Das Kind strengt sich jetzt besonders an mit dem Gelernten <überall herum turnen und immer ganz vorn sein>. Doch hier gelten andere Regeln. Die Regeln der Gruppe. Das Kind wird an das Erlernen der GruppenRegeln mit seinen bereits gemachten Erfahrungen herangehen….. und genau hier braucht es die Hilfe der Gesellschaft.

Mikrobiologisch ist nachgewiesen: Vor 100.000 Jahren war der biologische, evolutionäre Prozess des menschlichen Gehirns beendet.

Alles was danach an Entwicklung stattfand, war NICHT mehr genetischer Natur sondern gesellschaftlicher Natur: erworbenes Wissen, weitergegeben von Generation zu Generation.

Bis zum heutigen Tag…

Mit der aufkommenden Psychoanalyse wurde darüber diskutiert und gestritten, ob das Denken, Fühlen und Handeln des Menschen vom angeborenen Verhaltensprogramm oder von den gemachten Erfahrungen bestimmt werden.!?.

Heute weiß die Hirnforschung bereits, dass das genetische Programm NICHT endgültig die Erscheinungsform festlegt und ausbildet.

Jedes Kind, mit seinen persönlichen Anlagen, bildet seine endgültige Erscheinungsform nach seiner Umgebung aus. Es passt sich, als noch hilfebedürftiges Wesen, an seine direkte Umgebung an. Mit dem Ziel: Überleben.

Es ist die Aufgabe einer ganzen Gesellschaft, nicht alleine der einzelnen Eltern, jedem Kind die Möglichkeit zu geben, sich mit seinen eigenen Anlagen optimal zu entwickeln.

Der Antrieb des Gehirns ist WISSEN, VERSTEHEN, sich VERSTÄNDLICH machen und damit ist dies auch der Antrieb der Kinder, die ja zu Erwachsenen werden wollen/sollen.

HirnBiologisch ist nun nachgewiesen, was die UrGesellschaften bereits wussten und mit einer Selbstverständlichkeit taten: psychosoziale Wesen zu sein.

 

Verhalten: angeboren? oder erlernt?

In der Hirnforschung hat man erkannt, dass die Entwicklung des Gehirns dem grundsätzlichen Entwicklungsprinzip aller lebenden Systeme folgt =>

=> auch die HirnEntwicklung geschieht durch die vorhandene genetische Grundlage und gleichzeitig durch Umwelteinflüsse. Das heißt, während der vorgeburtlichen Wachstums- und Zellvermehrungszeit der Hirnzellen entstehen Zellverbindungen, die sowohl genetisch gesteuert wachsen, als auch durch Hormonschwankungen, Stress, Hunger, … geprägt wachsen.

=> auf diese Weise kommt es bei aller menschlichen Gleichheit zu individuell angeborenen Fähigkeiten.

Naturvölker schützen ihre Schwangeren auf ganz besondere Weise. Damit wird versucht, die künftigen Mitglieder der Gemeinschaft vor störenden Einflüssen zu schützen. Der Sinn solch einer Maßnahme ist es, für gesunde Nachkommen zu sorgen, die dann auch Verantwortung in der Gemeinschaft übernehmen können und somit den Fortbestand der Gemeinschaft sichern können.

Angeboren oder gelernt: Die Genetik bildet das Fundament, das sich in Wechselwirkung mit der Umwelt und eigenen Erfahrungen entsprechend entwickeln kann.

Studien an eineiigen Zwillingen zeigen sowohl den Umwelteinfluss auf die menschliche Entwicklung als auch angeborenen VerhaltensCharakteristiken. Was davon genetisch festgelegt ist und erlernt, lässt sich z.Z. noch nicht genau festlegen.

Dagegen weiß man, dass Instinkthandlungen und Reflexe angeboren sind, wie z.B. der Saugreflex des Säuglings, der Lidschlag bei drohender Gefahr, das zur Kommunikation und Bestätigung eingesetzte „künstliche“ Lächeln: Damit ein Säugling versorgt wird, kann er durch Schreie auf ein Unwohlsein, wie Hunger, Angst, Langeweile, Müdigkeit, hinweisen und das „künstliche“ Lächeln ist die Antwort, dass der Erwachsene genau das Richtige getan hat.

Bleibt noch die Frage: Weshalb machen angeborene Unterschiede Sinn?

Wenn alle Menschen gleich wären, wäre damit die menschliche Entwicklung zu Ende, THE END!

Doch es ist evolutionär so eingerichtet, dass jedes Kind mit einer einzigartigen Verschaltung seines Gehirns auf die Welt kommt.

Die bei jedem Menschen angelegte individuelle Verschiedenheit seiner genetischen Anlagen, die bei der vorgeburtlichen Hirnentwicklung die BEDINGUNG für das Wachstum und die Verschaltung der Hirnzellen ist => ist der wichtigste Motor unserer menschlichen Entwicklung, ist die Triebfeder unseres Menschseins.

JEDER Mensch ist anders.

Dieses AndersSein ermöglicht uns, sowohl von einander zu lernen als auch uns, von den Anderen abgegrenzt, zu erkennen.

(Artikel von Margarete Menzel)

zurück zur Seite GESELLSCHAFT